Saisonabschlussbericht C-Jugend (weibl.)

Erfolgreicher Abschluss der Saison 2018/2019 

Jugend C weiblich wurde Meister der 1. Bezirksliga des Bezirks Nord im Badischen Handball-Verband

Bis zur Meisterschaft war es ein weiter Weg. Dieser begann mit den Qualifikationsspielen im Mai 2018. Dort sollte sich entscheiden, in welcher Spielklasse die Mannschaft die Saison 2018/2019 absolviert. Nach einer erfolgreichen Saison in der Altersklasse Jugend D mit einer ganz knappen Endspielniederlage im Bezirkspokal gegen die TSG Wiesloch, rückten die Mädels altersbedingt in die Jugend C auf, in der damit bis auf 4 Mädchen, alle dem jüngsten C-Jugendjahrgang angehörten.

Aber nicht nur die Mädels mussten sich in einer neuen Spielumgebung zurecht finden. Auch das Trainerteam mit Lena Heiler, Physiotherapeutin, Michaela Krieg und Jürgen Brachmann waren für die Mädels neu. Viel Zeit zum an einander gewöhnen blieb nicht. Denn die Qualifikationsspiele standen an. Diese sollten wegweisend sein. Für das Trainerteam galt es, die Mädels mit der neuen Wettkampfstruktur, einem offensiven Abwehrverhalten, vertraut zu machen und gleichzeitig auch das Angriffsverhalten gegen eine offensive Abwehr zu schulen.

Die Qualifikationsspiele fanden in der Sporthalle in Schwetzingen statt. Wir hatten es mit 4 Mannschaften zu tun. Wollten wir die 1. Bezirksliga erreichen, musste wir mindestens den 2. Platz belegen. Dies gelang. Gegen die Mannschaften aus Mannheim-Waldhof, Dielheim/Baiertel und Eschelbronn gelangen uns überzeugende Siege. Im entscheidenden Spiel um Platz eins mussten wir uns der HG Oftersheim/Schwetzingen nach einem spannenden Spiel mit einem Tor geschlagen geben und belegten damit den 2. Platz.

  1. Bezirksliga, wir kommen. Ein erstes kleines Erfolgserlebnis.

Schon in den Qualifikationsspielen deutete es sich an. Unsere Stärke war eine geschlossene Mannschaftsleistung und eine ausgeglichene Besetzung auf den Spielpositionen. Eine „gelernte“ Torhüterin stand uns jedoch nicht zur Verfügung, so dass zwei Feldspielerinnen im Wechsel diese Position einnahmen. Und vorweg, sie machten ihre Sache sehr gut. Für das Trainerteam galt es nun, die Stärken der Mannschaft weiterzuentwickeln. Vor der Sommerpause arbeiteten wir sehr intensiv daran, mussten aber auch Rückschläge hinnehmen. Im Beachturnier in Lützelsachsen schieden wir sang und klanglos aus. Von den Stärken des Teams war nichts zu sehen. Im Nachhinein eine heilsame Erfahrung.

Die Vorbereitung auf die Spielrunde 2018/2019 verlief durchwachsen. Dies war zum einen fehlender Hallenkapazitäten geschuldet zum anderen aber auch der Trainingspause wegen der Sommerferien. Die große Frage war, wie werden wir in die Runde starten. Am 15.09.2019 war es dann mit einem Heimspiel soweit. Vor dem Spiel war die Unsicherheit spürbar. Doch diese legte sich nach Spielbeginn und wir machten dort weiter, wo wir in den Spielen zur Qualifikationsrunde begonnen hatten. Eine starke Abwehr, schnelle Ballbeginne und Gegenstöße sorgten für Sicherheit und Ruhe und das erste Rundenspiel gegen SG Edingen/Friedrichsfeld konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Beim nächsten Spiel war die HG Oftersheim/Schwetzingen Gegner. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, der Respekt vor den HG Mädels war zunächst groß, konnten wir das Spiel ausgeglichen gestalten. Leider schafften wir den Ausgleich nicht, so dass die HG einen glücklichen aber nicht unverdienten Sieg erreichen konnten. Der Schock der Niederlage war spürbar. Viel Zeit, die Niederlage zu verarbeiten, blieb nicht. Das nächste Heimspiel, ein Lokalderby gegen die JSG St. Leon/Reilingen, stand an. Zunächst wirkte die Niederlage gegen die HG noch nach. Doch dann befreiten wir uns von dem Negativerlebnis und wiesen die JSG souverän in die Schranken. Wir hatten uns jetzt etwas freigespielt und konnten die nächsten drei Spiele in Edingen, zu Hause gegen Handschuhsheim und gegen Kirchheim sicher gewinnen. Ein Higlight war dann das Spiel in Sinsheim. Lange war das Spiel offen. Viele Torchancen blieben ungenutzt. Aber die Abwehr leistete gut Arbeit. Erst gegen Ende konnten wir uns absetzen und das Spiel mit 6 Toren Unterschied gewinnen. Der nächste „heiße“ Tanz erwartete uns im Heimspiel gegen die HSG Bergstraße. Dass wir auf zwei Spielerinnen verzichten musste, machte sich gegen die HSG insbesondere im Angriff bemerkbar. Wieder war es einer starken Abwehr, dem Teamgeist und dem unbedingten Siegeswillen sowie einer tolle Reaktion unserer Torhüterin beim Abwehr eines 7m-Wurfes zu verdanken, dass weitere zwei Punkte das Pluskonto zierten. Im Auswärtsspiel gegen Kirchheim hatten die Mädels wohl schon das Heimspiel gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen im Kopf. In der ersten Halbzeit machte uns die SG „das Leben“ sehr schwer. Wir uns aber auch. In der 2. Halbzeit konnte die SG kräftemäßig nicht mehr mithalten und wir landeten letzlich einen deutlichen Sieg. Am 15.12.2019 war es dann so weit. Die HG Oftersheim/Schwetzingen war unser Gast in Walldorf. Dieses Mal drehten wir den Spieß um und lagen rasch mit 5 Toren in Front. Dieses Ergebnis hatte leider nicht bis zur Halbzeit Bestand. Denn die HG kämpfte um jeden Ball und schaffte es mit einem Tor Rückstand zum Pausentee. In der zweiten Halbzeit setzte sich das Kopf-an-Kopf-Rennen fort. Die HG, die wie in der ersten Halbzeit häufig mit 7 Spielerinnen im Angriff spielten, fanden immer wieder Lücken in der Abwehr, während wir im Angriff zu viele Torwürfe versemmelten. 10 Minuten vor Schluss lagen wir mit 2 Toren in Rückstand. Wer aber dachte, dass die Mädels aufgeben sah sich getäuscht. Zwei Ballverluste der HG im Angriff nutzten wir geschickt aus und trafen ins leere Tor. Der Ausgleich war geschafft. Jetzt stand die Abwehr wieder perfekt und wir ließen kein Tor mehr zu, schafften aber selbst noch zwei Tore, so dass wir verdient nicht nur die beiden Punkte in Walldorf behielten. Wir hatten auch im direkten Vergleich mit einem Tor die Nase vorne.

Das neue Jahr begann für uns mit zwei Spielabsagen durch die gegnerischen Mannschaften, so dass wir beim Heimspiel gegen den TV Sinsheim Mitte März noch kein Wettkampfspiel hatten. Nach dem die HG Oftersheim/Schwetzingen in Sinsheim verloren hatte war klar, dass uns bei einem Heimsieg die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen war. Gegen Sinsheim machten wir mit Abstand das beste Spiel. Dank einer sehr guten Abwehrleistung, die spielstarke Linkshänderin des TV kam überhaupt nicht zum Zug, und einer Variabilität im Angriff erarbeiteten wir uns immer wieder Torchancen, die ganz konsequent genutzt wurden. Die gute Torhüterin des TV, Auswahlspielerin beim BHV, bekam auf die plazierten Würfe keinen Zugriff. Mit einem guten Gefühl gingen wir in die zweite Halbzeit und knüpften an die tolle erste Halbzeit an. Die zahlreich erschienen Zuschauer, darunter den ehemaligen Fußballnationalspieler Kevin Kurányi, waren begeistert von dem Spiel unserer Mädels. Gegen Ende des Spiels musssten wir dann doch dem kräftezehrenden Aufwand in Angriff und Abwehr Tribut zollen. Der TV Sinsheim verkürzte bis zum Spielschluss auf 3 Tore konnte aber den Sieg nicht mehr gefährden. Nach dem Spiel war der Jubel groß. Hatten wir doch etwas geschafft, was vor Rundenbeginn niemand für möglich gehalten hatte. Wir wurden Meister der 1. Bezirksliga.

Jetzt stand noch das Spiel gegen die HSG Bergstraße in Hemsbach an. Vor dem Spiel wurden die Mannschaft und das Trainerteam für die errungene Meisterschaft geehrt. Das Spiel begann für uns sehr verheißungsvoll. Der guten Abwehrarbeit stand der Angriff nicht nach. Eine Vielzahl von Torchancen wurden erarbeitet. Das Spiel hätte nach 15 Minuten eigentlich entschieden sein müssen, hätten wird die Torgelegenheit konsequent genutzt. So aber häuften sich Abspielfehler und Fehlwürfe im Angriff und die HSG konnte aufschließen. Der Pausentee war nicht wirklich hilfreich. Die Unkonzentriertheiten setzten sich auch in der zweiten Halbzeit fort. Die Abwehr war löchrig, im Spielaufbau sorgten Leichtsinnsfehler immer wieder für Ballbesitz der HSG, die diese Einladungen auch weidlich annahmen. In einer Auszeit fand eine Neuorientierung statt mit einer Umstellung in der Mannschaft. Jetzt fand die Abwehr wieder zur gewohnten Stärke und ließ der HSG keinen Raum mehr. Wir erzwangen Abspielfehler und konnten diese durch Gegenstoßtore nutzen. Eine Minute vor Spielschluss endlich auch ein schöner Spielablauf an dessen Ende ein Tor vom Kreis stand. Es war geschafft. Es dauerte etwas, bis sich die Anspannung des Spiels löste und wir das Meisterschaftsfoto schießen konnten.

Am 14.04.2019 erfolgte dann in der Halbzeitpause des Spiels der 1. Frauenmannschaft die Ehrung durch die Abteilung im Beisein der Eltern, Großeltern, Bekannte und Freunde. Ein Erlebnis, das eine tolle Spielrunde gebührend abschloss. Mit einem kleinen Sektumtrunk (natürlich nur für die Erwachsenen!!) bedankte sich die Abteilung und Jugendleitung bei den Eltern.

Auch wenn nicht alles „Gold war was glänzte“ sind wir als Trainerteam sehr stolz auf die Mädels. Hätte vor Rundenbeginn jemand gesagt, dass wir Meister der 1. Bezirksliga werden, wir hätten es nicht geglaubt. Die 1. Bezirksliga ist nach der Badenliga immerhin die zweithöchste Spielklasse im Badischen Handball-Verband. Der Zusammenarbeit der Handballkreise Heidelberg und Mannheim mit einem Spielbetrieb im Bezirk Nord ist es zu verdanken, dass das Leistungsvermögen der Mannschaften durch eine solche Spielklasse gesteigert wurde und spannende Spiele Auge in Auge stattfinden können. Ein wichtiger Schritt zur Förderung der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen.

Die Mädels sind zu einer Einheit zusammengewachsen deren Stärke der Teamgeist und die Ausgeglichenheit ist gepaart mit einem unbändigen Siegeswillen. Das Wort „Aufgeben“ existiert im Team nicht. Daneben verfügen wir  auch über Spielerinnen mit guten individuellen Fähigkeiten, die diese in die Mannschaft einbringen. Wir sind damit nicht leicht auszurechnen. Das macht die Stärke dieser Mannschaft auch aus. Diese Fähigkeiten hat natürlich auch das Interesse anderer Vereine geweckt. In Gesprächen konnten zwei Mädels aber von der Qualität der SG Walldorf überzeugt werden. Auffällig dabei ist, dass die Abwerbungsversuche der Vereine nicht von Ehrlichkeit und Offenheit getragen sind. Wer sich nur darauf verlässt, mit einem Vereinsnamen zu werben wird feststellen müssen, dass die Spielerinnen sehr wohl in der Lage sind zu erkennen, ob ihnen etwas vorgegaukelt wird oder nicht. Wir jedenfalls sind sehr, sehr froh, dass wir weiterhin auf die beiden Mädels bauen und damit das Bestehen der Mannschaft sichern können.

Nach einer tollen und erfolgreichen Spielsaison gilt der Dank auch den Eltern für deren Unterstützung und die Übernahme der Funktion „Zeitnehmer/Sekretär“. Dank gilt aber auch der Abteilungs- und Jugendleitung für deren Einsatz die auch immer ein offenes Ohr hatten für Wünsche des Trainerteams und der Mädels.

Für das Trainerteam

JB