Herren 1: TV Neckargemünd – SGW 27:28 (9:16)

Der „Tatort“ lief am vergangenen Sonntag bereits ab 18.30 Uhr – in der Münzenbachhalle in Neckargemünd. Wer auf Walldorfer Seite beim Halbzeitpfiff auf einen gemütlichen „Rosamunde Pilcher“-Abend hoffte, wurde in Durchgang zwei eines besseren belehrt.

Vergangene Woche, beim Heimspiel gegen Bammental, sprach der Trainer noch vom „besten Spiel der Runde“, das seine Jungs in der Defensive abgeliefert hätten. Mit Blick auf die 1. Halbzeit in Neckargemünd hätte er sein Urteil wohl anpassen müssen. Denn was Abwehr und Torhüter während der ersten 30 Minuten in der Münzenbachhalle zeigten, war herausragend.

Doch viel Kapital konnte Walldorf daraus zunächst nicht schlagen. Der Angriff blieb hinter seinen Erwartungen zurück, weshalb die erste Viertelstunde sehr ausgeglichen und torarm verlief (2:2/ 7., 5:5/ 13.). Erst nach der 7:5-Führung (18.) der Hausherren fand die SG zum Tempospiel und damit zu einfachen Toren. Beim  9:10 (24.) konnte der TVN noch einmal verkürzen, ehe in den letzten sechseinhalb Minuten das Tor vernagelt wurde. 3 Ballgewinne und daraus resultierende Kontertore in den letzten 90 Sekunden bescherten Walldorf eine komfortable 9:16-Halbzeitführung.

Auch wenn die SG-Defensive in der 1. Halbzeit einen tadellosen Job machte, war allen klar, dass die Hausherren bislang nicht ihre gewohnte Leistung zeigten. Umso wichtiger war es, sie nicht mehr in Schlagdistanz kommen zu lassen.
Zwar konnte Walldorf den Vorsprung in der 34. Minute sogar auf 10:18 ausbauen, doch dann agierte Neckargemünd deutlich druckvoller in die Tiefe, zog die erste und zweite Welle besser auf und verkürzte auf 13:18. In der Folge pendelte der Vorsprung für Walldorf zwischen 4 und 6 Toren.

Der SG-Treffer zum 22:27 (53.) sollte für 7 Minuten der letzte sein. Statt sich auf eine klare Spielstruktur in Form von Spielzügen zu besinnen, suchte die SG-Offensive zu viele 1:1-Situationen und scheiterte mit diesem Spiel. Zwei Minuten vor Abpfiff glichen die Gastgeber plötzlich aus (27:27).

Das Ende war einem „Tatort“ dann wieder würdig. Nachdem der TVN im Angriff scheiterte, netzte Walldorf, in Person von T. Sailer, 20 Sekunden vor Abpfiff zur 27:28-Führung ein.
Im Gegenzug bekamen die Hausherren mit Ablauf der Spielzeit noch einen direkten Freiwurf aus zentraler Position zugesprochen. Der Wurf wurde durch die Mauer abgefälscht und ging an den Pfosten…Erleichterung!

Damit fügte Walldorf dem Gastgeber die erste Heimniederlage der Saison zu und rückte vor auf Tabellenplatz 4.